Hunderttausende Senioren wegen Rentenerhöhung erstmals steuerpflichtig

FDP kritisiert "enormen Verwaltungsaufwand"

In den vergangenen Jahren sind mehrere hunderttausend Rentner allein durch Rentenerhöhungen erstmals steuerpflichtig geworden. Es gehe um rund 313.000 Fälle in den vergangenen fünf Jahren, heißt es in einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion, aus der die "Rheinische Post" am Freitag zitierte. Demnach gab es allein in diesem Jahr rund 51.000 Rentnerinnen und Rentner, die nur aufgrund der Rentenanpassung zum 1. Juli zum ersten Mal Einkommensteuer zahlen müssen. 

"Die Pflicht zur erstmaligen Abgabe einer Einkommenssteuererklärung für über 300.000 Rentnerinnen und Rentner allein in den letzten fünf Jahren bedeutet enormen Verwaltungsaufwand, der sich durch die Rentenerhöhungen Jahr für Jahr verschlimmert", sagte der FDP-Steuerexperte Markus Herbrand der Zeitung. Da dem Staat die Rentenbezüge bekannt seien, müsse das Finanzministerium "endlich Modelle entwickeln, um die lästige Pflicht zur Steuererklärung allein aufgrund von ebenfalls bekannten Erhöhungen zu beenden".

In dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums heißt es laut der "Rheinischen Post", mit dem Projekt "Steuerlotse" werde an einer "stark vereinfachten elektronischen Steuererklärung" gearbeitet für Rentner und Pensionäre, die ausschließlich Alterseinkünfte beziehen.


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