"Kalte Progression" zehrt Gehaltszuwächse auf

Ausmaß des Problems hängt von Preisentwicklung und Lohnerhöhungen ab

Die "kalte Progression" bei der Einkommensteuer sorgt immer wieder für Debatten, insbesondere aber wie jetzt in Zeiten hoher Inflation. Das Bundesfinanzministerium definiert den Sachverhalt so: "Von kalter Progression spricht man, wenn Einkommens- und Lohnerhöhungen lediglich die Inflation ausgleichen und es trotz somit unveränderter Leistungsfähigkeit zu einem Anstieg der Durchschnittsbelastung kommt."

Steigt etwa das Preisniveau in einem Jahr um zwei Prozent und ein Steuerpflichtiger verdient im gleichen Jahr zwei Prozent mehr als im Vorjahr, hat sich an seiner wirtschaftlichen Situation gemessen am Brutto-Lohn eigentlich nichts geändert. Für ihn gilt damit aber meistens ein höherer Steuersatz, er muss also mehr Steuern zahlen, weil er nominal ein höheres Einkommen erzielt. Tatsächlich hat er also weniger Geld zur Verfügung.

Wie gravierend das Problem ist, hängt vom Ausmaß der Inflation und der Höhe der Lohnabschlüsse ab. Im Moment liegt die Inflationsrate mit mehr als sieben Prozent auf einem Rekordstand. Preistreiber sind die hohen Energiekosten, doch auch in immer mehr anderen Bereichen gehen die Kosten steil nach oben.


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