IG-Metall fordert angesichts hoher Gewinne von Energiekonzernen Übergewinnsteuer

Gewerkschafter verweisen auf Maßnahmen in Spanien, Belgien und Großbritannien

Die Gewerkschaft IG Metall hat angesichts der hohen Gewinne von Energiekonzernen in der aktuellen Energiekrise eine zusätzliche gezielte Besteuerung gefordert. "Die Energieriesen konnten ihre Gewinne in Milliardenhöhe um ein Vielfaches steigern", erklärte Thorsten Gröger, IG Metall-Bezirksleiter in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, am Freitag. Diese "Krisengewinne" müssten abgeschöpft und die "Krisengewinner" zur Kasse gebeten werden.

"Während den meisten Beschäftigten die Preissteigerungen bis zum Hals stehen und sie im Alltag kaum finanzielle Luft zum Atmen haben, schwimmt Big Oil nur so im Geld und kriegt den Hals nicht voll genug", kritisierte Gröger. "Wir können doch nicht zulassen, dass sich so ein Spalt in der gesellschaftlichen Realität auftut."

Europas Energiekonzerne profitieren derzeit stark von den hohen Öl- und Gaspreisen infolge des Ukraine-Kriegs. Der britische Energieriese Shell etwa verfünffachte seinen Gewinn. Die französischen Konzerne TotalEnergies und Engie verdoppelten jeweils ihren Profit. Ähnlich sah es bei Repsol in Spanien und ENI in Italien aus. In Deutschland korrigierte RWE seine Gewinnprognose stark nach oben.

IG-Vertreter Gröger verwies auf Länder wie Belgien und Spanien. Die Regierung in Madrid etwa hat eine Steuer für kriegsbedingte Gewinne von Energiekonzernen für das kommende Jahr angekündigt. Auch in Großbritannien wolle die Politik "den Shell-Riesen mit 25 Prozent Energieabgabe zur Verantwortung" ziehen, erklärte Gröger. In Deutschland scheue sich die Politik jedoch vor solchen Maßnahmen.


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