Bau- und Wohnungswirtschaft begrüßt Steuerpläne der Bundesregierung

Abschreibungssatz für neue Wohngebäude soll auf drei Prozent erhöht werden

Die Wohnungs- und Bauwirtschaft hat den Plan der Bundesregierung für eine verbesserte steuerliche Begünstigung beim Wohnungsbau begrüßt. "Wir begrüßen die Anhebung des steuerlichen Normalabschreibungssatzes für den Mietwohnungsneubau von zwei auf drei Prozent ausdrücklich", erklärte Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, am Freitag. Felix Pakleppa vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) sprach von einem "wichtigen Signal für den Wohnungsmarkt".

Das Bundesfinanzministerium hatte am Donnerstag vorgeschlagen, die Abschreibung von neuen Wohngebäuden zu beschleunigen. Ein Entwurf für das Jahressteuergesetz sieht dafür die "Anhebung des linearen AfA-Satzes für die Abschreibung von Wohngebäuden auf drei Prozent" vor. "Damit werden zukünftig alle Gebäude grundsätzlich über einen Zeitraum von 33 Jahren abgeschrieben", erklärte das Finanzministerium. Die Maßnahme soll demnach für ab 2024 fertiggestellte Wohngebäude gelten.

"Damit setzt die Bundesregierung einen wichtigen Baustein aus dem Koalitionsvertrag um, den die sozial orientierte Wohnungswirtschaft seit langem fordert", erklärte GdW-Chefin Esser. Sie wie auch Pakleppa beklagten, dass die Neuregelung erst 2024 greifen soll. Dies werde "im kommenden Jahr zu einer weiteren Delle in der Wohnungsbaukonjunktur führen", prognostizierte der ZDB-Chef.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln geht davon aus, dass Bundesregierung ihr Ziel von 400.000 neu gebauten Wohnungen sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr verfehlen wird. Nach einer IW-Schätzung auf Anfrage der "Wirtschaftswoche" werden in beiden Jahren voraussichtlich lediglich 290.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden. 2021 waren 293.400 neue Wohnungen gebaut worden, 2020 waren es 13.000 mehr. 


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