Rentenbeiträge sollen ab nächstem Jahr voll steuerlich absetzbar sein

Entwurf für Jahressteuergesetz sieht Vorziehen um zwei Jahre vor

Beiträge zur Rentenversicherung sollen ab dem kommenden Jahr voll von der Steuer absetzbar sein. Das geht aus einem Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums für das Jahressteuergesetz 2022 hervor, der am Freitag bekannt wurde. Darin heißt es, dass ein "vollständiger Sonderausgabenabzug für Altersvorsorgeaufwendungen" bereits ab 2023 ermöglicht werden solle. Nach bisheriger Gesetzeslage würde dies erst 2025 passieren.

Die geplante Neuregelung geht auf den Koalitionsvertrag zurück. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesfinanzhofs zur verbotenen Doppelbesteuerung - also der Besteuerung sowohl des Einkommens, aus dem Rentenbeiträge gezahlt werden, als auch der späteren Rentenauszahlung. Da eine solche zweifache Besteuerung nach Auffassung des Gerichts künftig vielen Rentnerinnen und Rentnern drohte, wurde eine Reform nötig.

Der Sozialverband VdK warnte, der Entwurf aus dem Finanzministerium löse das Problem noch nicht. "Nach der aktuellen gesetzlichen Regelung beginnt die Vollbesteuerung der Renten im Jahr 2040", erklärte Verbandspräsidentin Verena Bentele. "Wir fordern, dass die Vollbesteuerung der Renten erst ab dem Jahr 2070 greift, um Fälle von Doppelbesteuerung zu verhindern." Im Koalitionsvertrag heißt es, die volle Besteuerung der Renten solle ab 2060 erfolgen.


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