FDP-Finanzpolitiker Herbrand verteidigt Plan für Abbau der kalten Progression

Nach Kritik von Familienministerin Paus

Nach der deutlichen Kritik von Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) an den Plänen für einen Abbau der kalten Progression in der Einkommensteuer kommt Gegenwehr aus der FDP. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) habe "einen fairen Vorschlag unterbreitet, der die Wirkungen der kalten Progression ausgleichen soll", sagte der finanzpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Markus Herbrand, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. 

"Dieser Ausgleich ist auch deshalb so wichtig, damit die Entlastungen auch in der Mitte der Gesellschaft ankommen", betonte Herbrand. Es handele sich beim Abbau der kalten Progression "nicht um Steuersenkungen", sondern es gehe vielmehr um "den Ausgleich einer Steuererhöhung, die das Parlament nicht beschlossen hat". Die Bürgerinnen und Bürger hätten einen Anspruch darauf, dieses Geld zurückzubekommen.

Als kalte Progression wird der Effekt bezeichnet, dass jemand durch eine Lohnerhöhung, die höchstens die Inflation ausgleicht, in einen höheren Steuertarif rutscht und somit letztlich weniger Geld in der Tasche hat. Lindner hatte angekündigt, im kommenden Jahr die kalte Progression abzubauen. Paus kritisierte dieses Vorhaben - es helfe vor allem Top-Verdienern und sei ungeeignet, um Familien mit unteren und mittleren Einkommen zielgenau zu unterstützen.


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