VdK und Linke fordern Vermögensabgabe für Kampf gegen Ungleichheit

Oxfam-Studie: Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter

Der Sozialverband VdK und die Linke fordern von der Bundesregierung mehr Einsatz gegen gesellschaftliche Ungleichheit. Die Politik sei gefordert, "endlich eine Übergewinnsteuer auf den Weg zu bringen", erklärte die VdK-Präsidentin Verena Bentele am Montag. "Zudem würde eine einmalige Vermögensabgabe für Personen und Betriebe mit großen Vermögen dazu beitragen, die Krisenkosten gerechter zu verteilen."

Auch Linksfraktionsvize Susanne Ferschl erklärte, in der Krise hätten "viele Vermögende profitiert und konnten ihren Reichtum mehren". Auf der anderen Seite kämpften Menschen tagtäglich um ihre Existenz. "Die Reichsten in dieser Gesellschaft müssen endlich durch eine Vermögenssteuer und einmalige Vermögensabgabe zur Finanzierung des Gemeinwohls herangezogen werden."

Bentele und Ferschl reagierten auf eine Veröffentlichung der Hilfsorganisation Oxfam anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos. Demnach kassierte seit Beginn der Corona-Pandemie das reichste Prozent der Weltbevölkerung rund zwei Drittel des weltweiten Vermögenszuwachses. Gleichzeitig lebten 1,7 Milliarden Arbeitnehmer in Ländern, in denen die Inflation derzeit höher sei als die Lohnsteigerungen. Die Welt erlebe die "wohl größte Zunahme der weltweiten Ungleichheit und Armut seit dem Zweiten Weltkrieg", kritisierte die Hilfsorganisation. Sie berief sich auf Daten der Weltbank. 

VdK-Präsidentin Bentele nannte die Zahlen "erschreckend". Die Wirtschaft sei in Zeiten der Corona-Krise weiter gewachsen - "doch davon profitiert hat nur eine kleine Gruppe von einem Prozent der Bevölkerung, die riesige Gewinne erwirtschaftet hat und deren große Vermögen noch weiter gewachsen sind".

Dafür gesorgt hätten alle Menschen, weil sie ihre Mieten, ihre Einkäufe und ihre Energierechnungen bezahlten. "Doch teilhaben konnte die große Mehrheit der Deutschen nicht an diesem Wohlstand. Das ist eine Schande", urteilte Bentele.

Die Linke-Politikerin Ferschl erklärte, in kaum einem anderen Land werde Einkommen aus Vermögen so gering und Einkommen aus Arbeit so stark besteuert wie in Deutschland. "Dadurch steigt die Vermögensbildung an der obersten Spitze unserer Gesellschaft und die himmelschreiende Ungleichheit in Deutschland zementiert sich nicht nur, sondern wird zunehmend stärker." Armut in einem reichen Land sei "eine Schande für die jeweilige Bundesregierung".


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